Zweite Lieferung und Expansionspläne

Zweite Lieferung

Am Samstag, den 12.12.2020 haben wir zum zweiten Mal Menschen auf den Bochumer Straßen mit Lebensmitteln versorgt. Dank der ausreichenden Spenden konnten wird sogar zwei Personen mehr mit Lebensmitteln versorgen als letztes Mal.
Neben Lebensmittel verteilten wir außerdem noch einige Decken, Jacken und Schlafsäcke, die vom Bochumer Kostnixladen für uns gesammelt wurden. An dieser Stelle noch einmal danke an die Spender*innen. Wir werden die übriggebliebene Kleidung demnächst vor der Bochumer Suppenküche verteilen. Was dann noch übrig ist wird wieder in den Kostnixladen gebracht.

Sehr gefreut hat uns auch, dass eine unterstützte Person angekündigt hat später eventuell beim Projekt mitmachen zu wollen. Gefreu haben wir uns, weil wir keine Sozialhilfe leisten wollen, sondern langfristig die staatliche-kapitalistische Ordnung (die Ursache der Armut) beseitigen. Das wird nur gelingen, wenn von Armut Betroffene sich selbst organisieren. Leider können wir aufgrund der öffentlichen Versammlungseinschränkungen gerade keine öffentlichen Treffen machen. Dies schließt leider Menschen ohne E-Mailadresse/Internet stark aus (ihr könnt euch beim Staat bedanken). Sobald das ohne staatliche Repression möglich ist, werden wir öffentliche Treffen ankündigen.

Expansionspläne

Für uns ist nicht genau ersichtlich was monatliche oder einmalige Spenden waren, wir erhalten aber demnächst vielleicht eine größere einmalige Förderung. Dies würde uns ermöglichen mindestens zwei Monate, sowohl auf der Straße Menschen als auch über eine Verteilstelle zu versorgen.
Daher haben wir in Absprache mit dem Black Pigeon in Dortmund beschlossen dort (sobald das Pigeon wieder aufhat) eine Verteilstelle einzurichten.
Sollten das mit der Förderung klappen und wir noch weitere Spenden erhalten, wollen wir danach eine Verteilstelle in Bochum organisieren. Dafür brauchen wir sowohl Geld als auch Menschen, die mithelfen. Wenn ihr mithelfen wollt schreibt uns eine E-Mail an: alhbo(at)riseup.net

Spenden könnt ihr weiterhin an folgende Kontoverbindung – Sachspenden sind auch möglich (wenn die Lebensmittel noch haltbar sind):

Begünstigter: Verein für Gegenseitige Hilfe
IBAN: DE28 8306 5408 0004 2543 50
Verwendungszweck: Lebensmittelhilfe

Bitte gebt unbedingt den Verwendungszweck an, weil nicht wir das Konto verwalten, sondern ein befreundeter Verein, der uns das Geld weiterleitet bzw. die Lebensmittel für uns kauft.

Spendenaufruf: Geld, Jacken&Decken und Tüten

Wir brauchen dringend mehr Geld.

Um unsere Aktivitäten wie bisher fortzusetzen brauchen wir mindestens 50 Euro im Monat, bisher erhalten wir durch Spenden leider nur 20 Euro. Unsere nächste Lieferung ist für kommende Woche geplant, auf jeden Fall würden wir gerne vor Weihnachten wieder Menschen versorgen. Deshalb bitten wir euch dringend um weitere Spenden. Die Spenden fließen ausschließlich in Lebensmittel, alle anderen Kosten werden von uns oder Freund*innen getragen. Hier könnt ihr Spenden:

Begünstigter: Verein für Gegenseitige Hilfe
IBAN: DE28 8306 5408 0004 2543 50
Verwendungszweck: Lebensmittelhilfe*

*Bitte unbedingt angeben

Wenn wir stabil 50 Euro im Monate haben wäre unser nächstes Ziel 200-300 Euro, um die Lieferungen ausweiten zu können. Außerdem planen wir dann an einem Ort in Bochum und einen in Dortmund eine Verteilstelle einzurichten. Aktive dafür sind wir bereits ausreichend und Orte, die wir anfragen können haben wir bereits herausgesucht. Das wir auch in Dortmund Menschen versorgen wollen hat mit den Hintergrund, dass viele Obdachlose Menschen aufgrund der größtenteils in Bochum geschlossen Notschlafstellen nach Dortmund ausgewichen sind.

Jacken&Decken

Bei unseren nächsten Verteilaktion möchten wir auch Jacken und warmen Decken verteilen. Dafür sammeln wir über den Bochumer Kostnixladen. Decken und warme Winterjacken. Wenn ihr Jacken oder Decken abgeben mögt bringt sie bitte zu den Öffnungszeiten zum Laden und sagt, dass sie für die Verteilaktion zurückgelegt werden sollen. Der Laden ist in der Dorstenerstrase 37 und hat momentan Dienstags (15.00 bis 18.00 Uhr), Mittwochs, (15.00 bis 18.00 Uhr), Sonntags (15.00 bis 19.00 Uhr) geöffnet.

Tüten

Um keinen Neuen kaufen zu müssen bitten wir, um die Spende von sauberen Plastik und Papiertüten. Die Tüten könnt ihr ebenfalls im Laden abgeben.

Helfen uns bekannter zu machen

Darüber hinaus hilft es auch sehr, wenn das Projekt bekannter wird. Dafür gibt es jetzt Plakate bzw. Flyer, die sowohl in A4 als auch in A3 ausgedruckt und aufgehängt werden können.

Die Plakate können per Klick auf das nachfolgende PDF runter geladen werden: AnarchistischeLebensmittlhilfeplakat2.pdf

Mitmachen

Wir können gerade wegen des Lockdowns aus Sicherheitsgründen nicht zu öffentlichen Treffen einladen, planen dies aber für nach dem Lockdown wieder, um Menschen ohne Internet auch die Möglichkeit zu geben mitzumachen. Wer sich momentan an dem Projekt beteiligen will kann sich per E-Mail an alhbo(at)riseup.net melden.

Erste Lieferung und Spendenkonto

Am Donnerstag, den 12.11.2020 haben wir das erste Mal Lebensmittel verteilt. Bisher vor allem in der Bochumer Innenstadt. Die nächste Verteilaktion ist für Mitte Dezember geplant. Bis dahin brauchen wir unbedingt mehr Spenden. Glücklicherweise gibt es inzwischen ein Konto über das an uns gespendet werden kann. Wenn ihr uns unterstützen wollt könnt ihr Geld an folgendes Konto überweisen:

Begünstigter: Verein für Gegenseitige Hilfe
IBAN: DE28 8306 5408 0004 2543 50
Verwendungszweck: Lebensmittelhilfe

Bitte gebt unbedingt den Verwendungszweck an, weil nicht wir das Konto verwalten, sondern ein befreundeter Verein, der uns das Geld weiterleitet bzw. die Lebensmittel für uns kauft. Wie groß und erfolgreich unser Projekt wird hängt vor allem von der Anzahl der Spenden ab. Ihr könnte gern auch größere Mengen verpackte Lebensmittel oder frisches Obst und Gemüse spenden. Außerdem freuen wir uns über jede*n, der*die mitmachen möchte. Falls ihr Unterstützung braucht oder mitmachen wollt schreibt uns eine E-Mail an alhbo(at)riseup.net.

 

Gründungsaufruf: Anarchistische Lebensmittelhilfe

Gründungstreffen

Die Pandemie und die damit einhergehende „Wirtschaftkrise“, macht zahlreiche Arme noch ärmer und bringt andere in die Armut. Auch die bereits bestehende Ordnung nimmt Vielen, die notwendigen Ressourcen um ein anständiges Leben zuführen. Sich weiter auf die Versorgung durch Staat und Unternehmen zu verlassen ist eine naive Träumerei, es ist an der Zeit die (Lebensmittel-) Versorgung in Bochum selbst zu organisieren.
Unsere Idee ist es Spenden einzusammeln, davon (vegane) Lebensmittel zu kaufen und diese anschließend an Menschen, die sie benötigen, zu verteilen. Während der Pandemie ist unser Vorschlage dies in Form von Lieferungen an die Haustür oder andere Lebensorte zu machen, danach vielleicht über eine zentrale Verteilstelle.
Am Donnerstag, den 27.08.2020  um 19.00 Uhr wollen wir uns mit allen Menschen treffen, die sich an diesem Projekt beteiligen wollen. Treffpunkt ist Neben dem Eingang der Stadtbücherei (Gustav-Heinemann-Platz 2-6) wo wir überdacht, aber draußen sitzen können. Mit dieser Ortswahl möchten wir mögliche Ansteckungen mit dem Virus verhindern. Beim Treffen wollen wir auf Abstand achten und wir bitte alle, denen es möglich ist, Maske zu tragen. Wer bequemer sitzen will kann sich gerne ein Sitzkissen mitbringen.

Unterstützung – Spendenkonto gesucht

Da wir auf Spendengelder angewiesen sind, suchen wir als allererstes einen Initiative/Gruppe/Verein, die uns ein Spendenkonto zur Verfügung stellt. Ansonsten wird es schwierig genug Spenden für den Einkauf zu bekommen. Einen eigenen Verein für das Konto zu gründen und ein Konto einzurichten würde mehrere Monate dauern.
Falls ihr uns ein Konto zur Verfügung stellen könnt, kontaktiert uns bitte per Mail an: alhbo(at)riseup.net. Wir werden alle Ausgaben (Einkäufe) belegen können und euch die Belege zur Verfügung stellen. Die Spenden werden ausschließlich für Lebensmittel verwendet (und falls von einzelnen Spender*innen gewünscht für Infomaterial) Mögliche Kontoführungsgebühren übernehmen wir selbstverständlich.
Wenn ihr vorab Geld spenden möchte, bringt es bitte zum Gründungstreffen mit. Außerdem könnt ihr uns gerne kontaktieren, falls ihr größere Mengen frischer oder haltbarer Lebensmittel zur Verfügung stellen könnt.

Warum wir ein anarchistisches Projekt sein wollen

Wir wollen ausdrücklich ein anarchistisches Projekt sein, weil wir uns gegen jede Form von Herrschaft und Unterdrückung richten wollen. Anarchie ist griechisch und bedeutet ohne Herrschaft, Anarchismus ist also eine Bewegung mit dem Ziel jede Herrschaft abzuschaffen. Falls ihr noch nie mit Anarchismus in Berührung gekommen seid, könnt ihr hier ein kleines Einführungsvideo sehen.
Wichtig ist für uns außerdem, dass unser Projekt im Konsens und/oder durch autonome Aufteilung entscheiden soll und nicht nach Mehrheitsprinzip, um zu verhindern das Minderheiten unterdrückt werden. Alles weitere (außer den anarchistischen Grundkonsens) entscheiden wir beim Gründungstreffen dann gemeinsam. Hinzukommt, dass wir sowohl gegen Sozialstaat als auch Sozialhilfe sind (näheres dazu im nächsten Abschnitt). Wir wollen miteinander eine andere Welt aufbauen, nicht Almosen verteilen und würden uns freuen, wenn sich auch Menschen an dem Projekt beteiligen, die auf gegenseitige Hilfe angewiesen sind. Auch wir sind nicht wohlhabend und sind wirtschaftlich auf Selbstorganisation angewiesen. Selbstverständlich müsst ihr keine Anarchist*innen sein, um mitzumachen, nur mit unseren Werten und Zielen kein Problem haben.

Die Krise werden – gegen Sozialstaat und Sozialhilfe

Der Staat hat durch seine Schaffung von Eigentum, vor allem am Boden, und der damit einhergehenden Enteignung der ländlichen Bevölkerung, erst die Bedingungen geschaffen, die Millionen zu Lohnabhängigen machten und ihnen die Mittel genommen sich selbst und ihre Gemeinschaften mit Nahrung zu versorgen. Heute verwaltet der Staat Armut, enteignet weiterhin die Ärmeren (z.B. im Rheinland für RWE) und seine Polizei unterdrückt, alle, die sich nicht an diese Ordnung halten.
Manche glauben trotzdem an den sogenannten Sozialstaat, doch alle seine „Absicherungen“ sind angeeignet: Arbeiter*innen, Handwerk*innen, Bäuer*innen haben sich schon immer selbstorganisiert und gegenseitig abgesichert. Hauptzweck des Sozialstaates war und bleibt die Verhinderung von Aufständen, die Staat und Kapitalismus zerstören könnten und damit den Ursachen von Armut ein Ende setzen würden. Der Sozialstaat entwürdigt außerdem die Menschen und kontrolliert sie permanent. Anträge auszufüllen, um zu überleben macht Menschen zu Verwaltungsobjekten, nicht zu selbstbestimmten Wesen. Viele der Ressourcen, die sozialstaatliche Almosen möglich machen, kommen zudem auf der kolonialen Ausbeutung eines großteils der Weltbevölkerung.
Menschen zu unterstützen muss für uns immer heißen, den Widerstand gegen das bestehende System voranzutreiben, deshalb wollen wir neben Lebensmittel auch inhaltliches Material, mit weitergehenden (revolutionären) Perspektiven verbreiten und eventuell auch Flyer für Veranstaltungen beilegen. Außerdem verstehen wir unser Projekt als einen (kleinen) Bausteinen lokaler und weltweiter anti-autoritärer und anarchistischer Bewegungen, nicht als vereinzelte Form der Sozialhilfe.
Außerstaatliche Sozialhilfe wie z.B. die Tafeln setzt die bestehende Ordnung fort und stabilisieren sie teilweise indem sie Menschen Almosen geben aber die Abhängigkeit von Unternehmen und Stadt oder reichen Spender*innen weiterführen. Es fehlt die weitergehende Perspektive, nämlich Macht und Ressourcen so dezentral zu verteilen, dass niemand andere in die Armut zwingen kann. Und bei Organisationen wie der Tafel müssen Menschen ihre Bedürftigkeit nachweisen (wie bei Ämtern) bzw. müssen teils noch Gebühren zahlen, um Unterstützung zu bekommen. Beides soll es bei uns nicht geben. Abschließend ist es uns wichtig, dass Arme nicht nur die Reste unsere Gesellschaft bekommen (wie z.B. beim Foodsharing*), sondern die gleichen Produkte wie Reichere.

Wie geht es weiter?

Nach dem Gründungstreffen werden wir auf unserem Blog weitere Informationen veröffentlichen. Wir wollen dann möglichst schnell mit der ersten Lebensmittellieferung beginnen. Falls ihr später mit machen wollt, könnt ihr uns jederzeit per Mail an alhbo(at)riseup.net ereichen.
Auf in eine Gesellschaft/Gesellschaften ohne Hunger, Armut und Herrschaft!

*Das trotzdem ein sinnvolles Projekt ist.